Alpe Adria GenussTransAlp III Fotos & Tourtagebuch September 2011
vom 25.09. - 01.10.2011 RÜCKBLICK
Der Sonne entgegen - in 6000 hm an die Adria!
Acht Männer, eine Frau, fünf Tage, drei Länder - jeder Tag voller neuer Eindrücke, guter Laune und Kulinarik. Hier finden Sie die Fotos und das Tour-Tagebuch von Andi Kuhr-Lorenzi.
Tag 1: Feld am See – Faaker See – Baumgartner - ca. 55 km – 1350 hm
Am Montag geht`s los. Nach einem letzten Bikecheck starten wir gut gelaunt bei strahlendem Sonnnenschein in Richtung Süden. Entlang des Brennsees und des Afritzer Sees rollt es sich gut bevor die ersten Schweißperlen beim Anstieg in Afritz nicht mehr zu verbergen sind. Nach diesen 400 hm geht es nun kreuz und quer durch den Wald über Forstwege, Schotterstraßen und so manchen kurzen Trail.
Nach längerer Abfahrt und einem erneuten Anstieg von ca. 300 hm erreichen wir Maria Gail, wo wir uns bei einem Landgasthof stärken. Mit viel Elan geht es weiter in Richtung Faaker See. Hannes kennt einen geheimen Badeplatz und Guide Martin findet den Weg dorthin. Der Großteil der Mannschaft springt in den blauen See und blickt von dort ehrfürchtig auf die morgen zu überquerenden Karawanken.
Zum Abschluss wartet noch der etwas knackige Anstieg hoch zur Ruine Finkenstein und zum Gasthof Baumgartnerhöhe wo wir unser Quartier beziehen. So einen Ausblick über die Seenlandschaft hat man selten - wir waren alle begeistert und auch stolz auf die getretene Tagesleistung. Jetzt gibt es natürlich das verdiente "Kleine Bier" und nach Sonnenuntergang perfekte Wildgerichte aus der Schmankerlkarte. Die Rehmedaillons waren ein Hit! Übrigends - ich bin der Saecco-Mann auf den Fotos.
Tag 2: Baumgartner – Boheiner See - ca. 75 km - 2000 hm
Um 9:00 Uhrgeht es weiter - die Königstour wartet. 2000 Höhenmeter, ob das wohl gut geht ? Das Wetter ist wieder perfekt und der Anstieg auf den Jepza Sattel im richtigen Tempo keine Qual. Immer wieder findet man wunderschöne Ausblicke auf die Kärntner Seen, von denen wir uns aber verabschieden. An der slowenischen Grenze gibt es natürlich ein Gruppenfoto bevor wir durch die wilde Bergwelt der Karawanken auf einer groben Schotterstraße und und durch in Fels geschlagene Tunnels ins Tal rollen. Der Triglav zeigt sich schon am Horizont und wartet mit weiteren 1000 Höhenmetern auf uns.
Nach einer Stärkung bei der Buschenschank PSNAK geht es nun lange bergauf. Jetzt beginne ich die Sonne sogar zu verfluchen. Unerbittlich weiter, weiter, weiter....aber die Anderen keuchen auch ganz schön. Die Gruppendynamik hilft jedoch über die kritische Schwelle hinweg ...und umkehren kann man so und so nicht. Als wir in der Almwiese liegen sind die Schmerzen in den Oberschenkeln schon wieder vergessen und Martin packt seine Bergabtrails aus. Wer nicht will kann diese umfahren und man trifft sich 5 Kehren unterhalb wieder. Perfekt!
Nach dem Willkommensbierchen am 4 Sterne Hotel geht es zum Abendessen mit dem Taxi in eine urige - von Hannes ausfindig gemachte - Osmiza wo wir die Königsetappe genussreich mit regionalen Gerichten ausklingen lassen.
Tag 3: Boheiner See – Kobarid - ca. 75 km - 1400 hm
Am Morgen hängt der Herbstnebel noch über dem See aber wir lassen keine Zweifel aufkommen. Ausgeruht und voller positiver Energie geht es in die nächste Tagesetappe. Nach den vielen Schotterwegen und Trails des gestrigen Tages kommt mir das etwas mehr an Asphalt am heutigen Tag recht. Die Auffahrt auf den ersten Sattel zieht sich hin aber der Cappuccino an der Passhöhe entschädigt mich für die Treterei. Nun geht es rassant bergab und die Herbstdornen geben Ihre Visitenkarte ab - Reifenschaden bei Diana.
Nach einer flotten Talausfahrt mit immer wieder kehrenden Kuppen kommt Tolmin immer näher. Der letzte Anstieg des Tages führt uns in eine pitoreske Felslandschaft und als Martin am Rastplatz aus seinem Rucksack eine Flasche Rotwein zaubert und Käse sowie Salami auftischt nimmt die Freude über das Jetzt und Hier kaum mehr ein Ende. Entlang der türkis-blauen aber eisig kalten Soca geht es die letzten Kilometer nach Kobarid. Den Blick in die malerische Schlucht - kurz vor unserer Unterkunft lässt sich keiner entgehen. Am Abend wird wieder groß aufgetischt und die Tageskilometer werden gefeiert.
Tag 4: Kobarid – Medana – ca. 60 km – 1100 hm
9:30 Uhr morgens Abfahrt - wieder mit Sonnenschein. Die vom Wirt geschenkten Kopftücher müssen noch auf einem Gruppenfoto festgehalten werden. Durch die neue Streckenführung erwartet uns gleich ein 800 hm Anstieg der so manche "Wadl" brennen lässt. Hannes kämpft mit seinem Schaltwerk und die schwarzen Finger vom befreien der festgetretenen Kette findet er gar nicht lustig - wir schon.
Nach dem Anstieg erwartet uns eine herrliche Landschaft. Über Bergrücken und Kuppen geht es mit einer traumhaften Fernsicht in Richtung Weinberge. Die beeindruckende Gegend war im 1. Weltkrieg schwer umkämpft und ist kaum besiedelt. Daher suchen wir vergebens eine Raststätte - alles was wir finden sind tolle Wiesentrails und dieses wunderschöne sanfte Licht. Wir ziehen durch bis inmitten von Rebstöcken Dobrovo auftaucht. Jetzt gibt es die verdiente Stärkung und das erste Glas Wein.
Danach führt uns Hannes und Martin zur Weinverkostung in das Weingut Polencic. "Aber Hallo" - nach der Verkostung waren wir froh unser Quartier noch zu "ertreten" Die Dusche macht mich wieder fit und auf geht`s zu Fischspezialitäten auf der Terasse von Katja Buzinel.... und noch das eine oder andere Glas Wein. :) Das Leben ist südlich!
Tag 5: Medana – Duino – 40km – 400 hm
Nach einem malerischen Frühstück auf der Morgenterasse geht es los. Gregor im "Seppl Outfit" macht Laune und so rollen wir entspannt, wenn auch etwas müde vom Wein, in Richtung Adria. Eine Strassenbaustelle kann uns nicht aufhalten - auch wenn wir kurz die Räder schultern müssen. Vorbei an Schlössern und noblen Weingütern geht es nun in den ruppigen Karst.
Das lose Geröll und die kurzen aber knackigen Anstiege fordern nochmals unsere ganze Konzentration und unseren Willen. Die lächerlichen 400 hm vertreiben zeitweise das Lachen aus unseren Gesichtern. Als wir das Meer erblicken ist aber alles wieder perfekt und mit Stolz und Freude betreten wir das Schloss Duino. Der sagenhafte Ausblick bis nach Triest, das alte Gemäuer und das Wissen 6000 hm geschafft zu haben lassen die Augen glänzen. Noch einige perfekte Fotos für die Bikerfreunde zuhause - SUPER.
Im kleinen Fischerhafen erwartet uns die urige Fischerkneipe mit fangfrischen Fischspezialitäten und Prosecco. Doch zuvor springen wir alle in die so sehnsüchtig erwartete Adria und schreien unsere Freude hinaus - wir haben es geschafft. Kitschig schön klingt dieser Nachmittag direkt am Meer aus bevor wir mit dem Shuttleservice zurück nach Feld am See gebracht werden. Nach zwei Stunden fahrt sind wir wieder im Lindenhof.
Mein Fazit der AlpeAdria GenussTransAlp:
Mit einer guten Grundkondition und einigen Höhenmetern in den Beinen ist diese Tour wirklich ein Erlebnis. Der Genuss kommt sicher nicht zu kurz – und den inneren Schweinehund hat man in einer tollen Gruppe besser unter Kontrolle als alleine. Spaß, wunderschöne Landschaft, tolle Kulinarik und gesunder Ehrgeiz...so soll es sein.